Samstag, 20. April 2013

20.4.13 ... schon wieder in der Werkstatt

Diese Nacht hatten wir in der nähe der Lagunen übernachtet. Ein sehr schönes und ruhiges Plätzchen. Der Sternenhimmel war gigantisch.

Am Morgen aber wieder das Problem mit dem Starten des Motors. Dieses Mal konnten wir aber einen PKW anhalten, der uns Starthilfe geben konnte, weil wie keinen Graben zu überwinden hatten.

Der erste Weg führte uns zur Tankstelle, um zu tanken und evtl. den Dieselfilter austauschen zu lassen. Hier mussten wir erst einmal in der Schlange stehen, weil gerade der Tankwagen bei der Anlieferung war.

Mit dem Problem des Startens konnten die uns aber nicht helfen und schickten uns zur Werkstatt des Ortes.

Wir haben die Werkstatt sogar beim ersten Anlauf gefunden und dann unser Problem (auf Spanisch) geschildert. Die beiden Techniker haben auf die Batterie verwiesen und einen sehr wissenden Eindruck vermittelt.

Später kam noch der Chef,  der zumindest Englisch sprach. Er erklärte mir, dass das Problem immer vor dem Lenkrad sitzt. Hahaha ..

Die beiden Techniker haben die Batterie gereinigt und neu mit Wasser befüllt. In dieser Höhe mit der geringen Luftfeuchtigkeit soll das Wasser verdunsten und mit zu wenig Wasser in der Batterie hat sie nicht die ausreichende Kraft, um den Motor zu starten. Eine ruhigere Fahrweise soll in dieser Höhe angebracht sein.

19.4.13 Bad in der Salz-Lagune

Die Nacht in San Pedro de Atacama auf 2300 m war erheblich angenehmer, als die zuvor auf 3800.
Die Temperatur im Camper war nur auf +7º gesunken und draußen waren keine Minusgrade.

Der Versuch den Blog beim Restaurant vom Vortag zu aktualisieren, klappte leider nicht, da wohl jeden Tag das Passwort geändert wird.

Das Tagesziel war ein Nationalpark südlich von San Pedro, der schöne Salz-Lagunen hat, in einer (Piedra) durfte man auch schwimmen. Die Tageshöchsttemparaturen liegen zwar bei 26º, aber durch die kalten Nächte war das Wasser relativ "belebend". Wir sind natürlich rein gegangen und haben es echt genossen, auf dem sehr salzhaltigen Wasser zu schwimmen. Danach durften wir den Wasserschlauch beim Park-Ranger benutzen, um uns abzuspülen. War auch sehr frisch.

Den Nachmittag bis zum Sonnenuntergang haben wir an der Lagune mit den Flamingos verbracht und viele Fotos geschossen. 

Frost im Camper

Die Nacht auf 3800 m war ziemlich kühl. Morgens war die Temperatur im Camper +1º. Die Scheiben hatten von innen eine Eisschicht, aber die Schlafsäcke waren warm ;-)).

Die böse Überraschung kam beim Aufbruch. Der Motor startete nicht und die Batterie sagte nach dem dritten Startversuch nichts mehr.
Ich habe die neue Batterie für den "Wohnbereich" ausgebaut und vorn am Motor angeschlossen. Der Anlasser drehte zwar aber der Motor sprang nicht an.

Also ... war es in der Nacht draußen wohl so kalt, dass der Diesel geflockt (eingefroren) ist. Wir haben dann den Camper mit Muskelkraft um 180º gedreht, dass die Sonne in den Motorraum scheinen konnte und haben gewartet.

Der Himmel war klar und die Sonne einigermaßen kraftvoll. Die Temperatur war auf 6º gestiegen.

Da beide Batterien inzwischen recht kraftlos waren, brauchten wir ein anderes Fahrzeug zum Überbrücken.
Unser Problem war aber, dass wir 30 m abseits der Straße genächtigt hatten. So ist es etwas ruhiger und den kleinen Graben konnten wir mit Hilfe des Allrad-Antriebes locker durchfahren.

Also schieden PKW und LKW als Helfer aus. Alle 20 Min. kam mal ein Laster vorbei, sonst nix. Auf der Suche nach einen Allrad-Pickup ist Nicole zur nächsten Kreuzung gegangen (2,5 km), um die Chancen zu erhöhen.
... und sie hatte Glück.

Inzwischen hatte die Sonne den Motor so weit erwärmt, daß bei angeschlossener Überbrückung der Motor ganz langsam zum Leben erwachte.
... da haben wir aber ganz tief durchgeatmet.

Der Weg führte dann über tolle Hochebenen zur Grenze nach Chile.
An einem Salzsee konnten wir auf gut 4000 m Flamingos beobachten, die sich toll im Wasser gespiegelt haben.
Die höchste Stelle war auf der Tour mit 4825 m angegeben. Der Bordcomputer im Camper machte aber bei 4000 m Schluß, mehr kann er wohl nicht anzeigen (japanischer Hersteller).

Irgendwann haben wir dann San Pedro de Atacama erreicht und somit auch die chilenische Grenzkontrolle.
Wir haben jetzt ja schon einige Grenzkontrollen mitgemacht, aber diese war extrem. Es war wohl noch ein Kontrolleur in Ausbildung und der Chef schaute ihm immer auf die Finger. Zumindest hat er den Camper richtig auseinander genommen. Jedes Fach und jeder Stauraum wurde untersucht. Es gibt ja nicht so viele Wohnmobile hier und wir waren eim tolles Übungsobjekt.
Na ja egal, wir sind durch und den geschuggelten Käse hat er nicht gefunden.

Donnerstag, 18. April 2013

17.4.13 Farbpalette und Salzseen

Der morgendliche Gang durch die bunten Felsen von Purmamarca war schön, aber der Blick auf die ganze, breite, bunte Wand ist schon besonders beeindruckend. Darum gibt es noch einmal ein Panoramabild.

Es folgen zwar noch Ziele wie Iguazu und Sao Paulo, aber für die Tour mit dem Camper haben wir den nördlichsten Punkt mit der "Höllenschlucht" von Tilcara erreicht. Die Schlucht liegt 25 km nördlich von Purmamarca und auf einer Höhe von 3000 m hat sich der Fluß ganz tief ins Gestein gefressen. Die Wände der Schlucht fallen teilweise senkrecht ab.
Sehr schön anzusehen, aber das Licht und Schatten Spiel machte das fotografieren schwer.

Auf dem Rückweg war dann auch die Farbpalette (Foto) im Sonnenlicht und bereit von unserem Fotoapparat eingefangen zu werden.

In Purmamarca haben wir dann zum dritten Mal im selben Restaurant gegessen, denn die Empanadas sind einfach super lecker dort.

Von nun an geht es erstmal nach Westen. Der erste Pass war über 4000 m hoch und führte uns zu den Salzseen. Das Foto zeigt einen Kaktus aus Salz auf dem Salzsee.

Aktuell stehen wir mit dem Camper auf 3800 m und schlagen unser Nachtlager auf. Wir sind durch die letzten Tage schon einigermaßen an die Höhe gewöhnt, aber man spürt schon sehr deutlich, daß die Luft sehr dünn ist.

16.4.13 Purmamarca

Wenn man den Gegenverkehr durch die Seitenscheibe sieht, sind die Kurven ziemlich eng. Wenn dann auch noch für 50 km eine Kurve nach der anderen kommt, wird das auf der Landkarte als gerade Straße abgebildet.
Genau dieses Phänomen hatten wir heute wieder.
... aber zumindest war die Straße geteert ;-)

Durch die Stadt Jujuy sind wir nur durchgefahren. Erstens war da gerade eine Demonstration (irgendetwas in grün und weiß) und der Verkehr brach gerade zusammen; an einen Parkplatz war auch nicht zu denken.
Zweitens haben wir von zwei unterschiedlichen Seiten gehört,  das dort gern Camper aufgebrochen werden.

Also sind wir nach Purmamarca gefahren, wo wieder Felsformationen vom Feinsten auf uns gewartet habe. Die Region heißt "Sierra de siete colores" und es ist wirklich schön, die Berge in so vielen Farbtönen zu sehen.
Heute sind wir auf den gegenüber liegenden Berg gekrabbelt und haben das Panorama im Nachmittagslicht bewundert.
Morgen wollen wir um die Formation herum und auch mitten durch gehen.
Im Morgenlicht soll das besonders toll sein.

Volkswagen

In Australien hatte ich berichtet, daß bei der Statistik der gesichteten Fahrzeuge Toyota ganz weit vorn gelegen hat.

Für Argentinien heißt der Sieger Volkswagen (PKW und Pick-up).
Das Foto zeigt den super beliebten "VW Amarok".

Aber auch bei den LKW ist Volkswagen sehr gut vertreten. Nach meiner nicht repräsentativen Statistik liegt VW nach Mercedes-Benz und Scania auf dem dritten Platz.
Der alte Mercedes-Benz 1114 (Foto) ist such noch besonders oft vertreten. Leider nicht immer in diesem tollen Zustand.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß bei den PKW Renault auf Platz zwei folgt.
Besonders häufig sieht man uralte (mind. 30 Jahre) R4 und R12 fahren.

Montag, 15. April 2013

Salta Stadtbummel

Den heutigen Tag haben wir in Salta verbracht und die schönen Kolonialgebäude der Stadt genossen.
Exemplarisch gibt es ein Foto von der Kirche Iglesias San Francisco.

Eine wirkliches gemütliches Städtchen mit viel Charme. Selbst das Essen am zentralen Platz der Stadt war extrem gut und nicht touristisch.

Aktuell sitzen wir oben auf einem Berg (mit der Seilbahn raufgefahren) und trinken Bier im Sonnenschein.
Das Foto zeigt die Stadt im Talkessel im Gegenlicht.

So entspannt kann Urlaub sein ...

Postkarte (wieder nur für dich)

Anbei deine persönliche Postkarte.
Bitte ausfüllen wie immer ;-)))
Liebe Grüße von Nicole und Olaf

Sonntag, 14. April 2013

Ruta National 68

Die Fahrt nach Salta ist über zwei Routen möglich. Entweder man folgt weiter der RN 40, oder (so wie wir) man wählt das engere Tal, in dem die RN 68 verläuft.

Wir hatten die Nacht bereits in einer Schlucht dieses Tals verbracht und haben ganz schön im Wind geschaukelt, da es recht windig war und das Tal wie ein Trichter wirkte.

Morgens hatte sich der Wind gelegt und die Strecke war wunderschön. Immer wieder war ein "ahhh" oder "ohhh" vom Beifahrersitz zu hören.

Tief hinten in einem Flussbett hatten wir besonderes Glück. An einem gut geschützten Fleck saßen zwei junge Condore und wir konnten sie lange beobachten, bevor sie sich in die Lüfte erhoben. (Foto)

Aber die gesamte Fahrt war super. Tolles Panorama oder interessante Details, alles war dabei und wurde digital gesichert.
Die vielen Farben, besonders die verschiedenen Rottöne, sind fototechnisch kaum zu verarbeiten.

Bilder vom Museo Pachamama

... und es gibt noch viele, viele mehr .

Inka

Wenn man an die Inkas denkt, dann sind sofort die Bilder von Machu Pichu in Peru oder großen Goldschätzen vor Augen.
Aber auch hier im Norden von Argentinien (und auch Chile) haben die Inkas ihre Spuren hinterlassen.

"Camino Inca" ist hier der Begriff für die diversen Stätten, die lange vor der Eroberung durch die Spanier ihre Blütezeit hatten.

Wir haben jetzt zwei dieser Stätten besucht. Heute waren es die "Ruinas de Quilmes". Sehr beeindruckend und schön gelegen. In einen Berghang haben die Inkas ihre Stadt gebaut und heute sind die Grundmauern restauriert. Von einem höher gelegenen Aussichtspunkt hatten wir einen sehr schönen Überblick. Salty & Ko fanden es auch ganz toll, zumal sie immer die Berge rauf getragen werden (Siehe Foto)

Ca. 15 km entfernt steht das "museo pachamama", das von dem Künstler Cruz gestaltet wurde. Es beeindruckt durch seine Bauweise und gibt sehr gut Auskunft über die geologische Entstehung der Region,  sowie über die Lebensweise der Inkas. Für jeden, der in diese Gegend kommt, ist dieses Museum ein "must do".

Dabei hatte der Tag etwas enttäuschend begonnen. Wir waren gestern über den "Höllenpass" (3042 m) nach Tafi del Valle gefahren (war gar nichts höllenmäßiges dran, die Straße war gut ausgebaut).
Von dort aus wollten wir heute einige Wanderungen machen, aber die Wolken hingen im Talkessel und wir hatten keine Sicht.
Also sind wir zurück über den Pass zu den Inkastätten gefahren ...
und es war super .

Zum Ende des Tages haben wir noch zwei Weinproben genossen und auch wieder unseren Bestand im Camper aufgefüllt. Lecker ...

Samstag, 13. April 2013

... Wasserflaschen am Straßenrand

Die Legende erzählt von Deolinda Correa, die während des Bürgerkriegs in den 1840er Jahren mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm zu Fuß durch die Wüste nach San Juan ging. Sie folgte dem Bataillon ihres kranken Mannes und ihr ging Nahrung und Wasser aus.
Als vorbeiziehende Maultiertreiber die tote Frau fanden, waren sie sehr überrascht, da der Sohn an der Brust der Mutter saugend, überlebt hat.

Man spricht von einem Wunder und verehrt die Correa noch heute wie eine Heilige.
An vielen Straßen sind Gedenkstätten aufgebaut worden, um sie zu verehren und als Gabe werden oft Wasserflaschen gegeben.

Letzte Nacht haben wir an so einer Gedenkstätte genächtigt und es ist uns gut bekommen.

Chilecito

Die Fahrt weiter nach Norden führte uns auf einer Nebenstraße (Schotter) über einen sehr schönen Pass (2000 m). Der Blick ins Tal war super und so haben wir in einer Haltebucht der sonst einspringen Straße eine schöne Pause gemacht und die Aussicht genossen.

Zudem ist heute Flugwetter und viele Condore sind am Himmel. Genial, wie diese riesigen Vögel durch die Lüfte gleiten.

Nachdem wir nun in Chilecito einen großen Hamburger zum Lunch hatten, suchen wir noch einen Supermercado, um unsere Vorräte wieder aufzustocken.

Donnerstag, 11. April 2013

Nachtrag zu den Dinosauriern

In einem kleinen Park wurde versucht, das Leben in den einzelnen historischen Zeiten zu visualisieren.

Das erste Bild zeigt die kleinen Dinosaurier bei der Jagd im Rudel (260 Mio).
Dann kommen die großen Pflanzenfresser, die sogar nach dieser Region benannt wurden ( 200 Mio).

Zum Schluß dann die furchtlose Nicole mit einem Raptor und Olaf mit einem sehr abgemagerten Fleischfresser.

10.4.13 Ischigualasto Nationalpark

Wir haben uns weiter nach Norden vorgekämpft und haben den Dinosaurierpark erreicht.
Zwar sind die kleinen Viecher auch hier ausgestorben, aber zumindest gibt es hier viele Fossilien von ihnen zu finden.

Als Konvoi (der Ranger ganz vorn und alle Besucher in den eigenen Autos hinterher) fährt man zu den verschiedenen Stationen.

Regen, Wind und Erosion haben die Erdschichten bis tief in die Vergangenheit freigelegt. Rund 300 Millionen Jahre werden so sichtbar. Auf dem ersten Bild sind die vielen Erdschichten festgehalten und beginnen mit einer sehr dunklen Schicht, die tropische Regenwälder repräsentiert. Ober drüber kommen diverse Lagen von vulkanischer Asche. Das dicke Helle ganz oben ist Wüstensand, der durch Druck versteinert ist.
Das Ganze hat sich mit der Kontinentalplatten-Verschiebung nach ober bewegt und ist nun ein Hochplateau auf 1300 Metern.

In diesen Schichten wurden diverse Fossilien von Dinosaurier gefunden. Aus der Zeit vor 230 Millionen Jahren sind es Gruppen von kleinen Dinosauriern, da diese noch als Rudel jagen mussten. Vor 200 Millionen Jahren waren es dann die großen Kolosse, die wir aus dem Film Jurassicpark kennen.

An einer weiteren Station konnten wir viele Steinkugeln sehen (Foto). Diese haben einen Eisenkern und sind magnetisch. Der Ursprung dieser Kugeln ist nicht genau bestimmt, aber es soll nicht vulkanisch sein.

Das dritte Bild zeigt die Felsformation mit dem Namen "Submarino" und es erinnerte uns wirklich an ein Unterseeboot.

9.4.13 Aconcagua (6962m)

Von Mendoza sind es 200 km bis zur Grenze nach Chile. Der Pass über die Anden führte am höchsten Berg Amerikas vorbei, dem Aconcagua mit 6962 Metern über dem Meeresspiegel.
Wir sind bis zur Grenze gefahren und dann umgedreht, weil wir ja erstmal in Argentinien bleiben wollen. Die gesamte Fahrt ist beeindruckend. Wir sind mit der aufgehenden Sonne im Rücken gestartet und das Licht war toll.

Parallel zur Straße (Ruta Siete / R7) verläuft eine alte, stillgelegte Bahntrasse, die immer wieder idyllische Motive herbei gezaubert hat.
Es soll bereits Gespräche geben, dass die Bahn wieder belebt werden soll, das würde auch den Schwerlastverkehr über den Pass reduzieren. Die vielen LKW fahren in Kolonne und bergauf ganz langsam.

Unser erster Stopp war bei der Puenta del Inka, einer Naturbrücke mit heißen Quellen, die durch die Mineralienvielfalt tolle Farben auf den Fels produzieren.

Dann kam ein 5 km walk zum Aussichtspunkt für den höchsten Berg Amerikas. Das Wetter war klar und wir hatten eine gute Sicht.

Der dritte und letzte Stopp war auf 4000 Metern über dem Meeresspiegel beim Christo Redentor. Es ist ein gemeinsames Projekt am Pass zwischen Chile und Argentinien und ein weiterer Punkt der Annäherung der beiden Länder. Der Blick von diesem hohen Punkt auf die Berglandschaft war genial. Die Felsen schimmerten in allen Farbtönen,  wobei rot einen Schwerpunkt setzte.

Auf der Rückfahrt hatten wir die Sonne dann wieder im Rücken, weil ein Tag wirklich schnell vergeht.
... aber es war wieder ein sehr schöner Tag!

8.4.13 Mendoza und Wein

Da gestern fast alle Geschäfte geschlossen hatten, sind wir heute noch mal in die City von Mendoza gefahren, um ein wenig zu bummeln und evtl. Mitbringsel zu finden.

Bei den Mitbringseln waren wir noch nicht erfolgreich, aber wir haben uns eine Tasse für Mate-Tee, samt Strohhalm und Teeblättern gekauft,  um es zumindest einmal zu probieren.
Wir werden berichten, wie uns dieses National-Getränk schmeckt. Wir sehen es bei den Chilelen und Argentiniern in allen Lebenslagen.

Dann haben wir das kleine familienbetriebene Weingut Cecchin besucht. Dort wird der Wein ohne Pestizide angebaut. Als Schutz gegen die Insekten stehen überall zwischen den Reben Olivenbäume und besondere Blumen. Auch bei der Bewässerung setzen sie auf die Natur und den normalen Regen.

Die Tour durch die Weinproduktion, die zu dieser Jahreszeit natürlich läuft, war sehr überraschend. Der Wein wird noch in alten Holzpressen verarbeitet. Das Abfüllen in Flaschen und das Verkorken ist an einen Dienstleister vergeben, der mit einer mobilen Anlage dafür vorbei kommt. Das Etikettieren wird dann von Hand vollzogen ... jede Flasche einzeln !!!

Der Wein war sehr lecker und wir haben zwei Flaschen vom Besten mitgenommen. Ein Malbec aus dem Eichenfaß .... lecker.

Danach sind wir zu einem der größten Produzenten in Argentinien gefahren, um auch dort eine Tour mitzumachen. Trivento füllt 13 Millionen Liter pro Jahr ab und gehört zu einem chilenischen Konzern.
Auch hier hatten wir eine private Führung nur für uns beide. Wir sind erst in die Weinreben gegangen und haben die Trauben probiert. Klein und sehr geschmackvoll, echt lecker.
In der Produktion konnten wir zusehen wie die Trauben für die Premium-Weine per Hand von Blättern befreit wurden. Auch hier durften wir die Trauben kosten und es wurde sehr deutlich, dass dies die besten Trauben waren, super im Geschmack.  Das Zerkleinern der Trauben und den Gärprozess konnten wir zwar nicht sehen, aber der Kellermeister hat uns den frischen Most probieren lassen. Sehr fruchtig und reich an Geschmack.
Dann noch einen Blick in das Lager mit den Fässern, wo der Wein viele Monate reifen kann, bevor er auf Flaschen gezogen wird und in die Welt hinaus verschifft wird.

Beim Tasting hatten wir schnell unseren Favoriten gefunden und ebenfalls zwei Flaschen für uns gesichert.
Die eineinhalb Stunden bei Trivento vergingen im Flug, da unser Guide sehr unterhaltsam und gut informiert war, denn wir konnten mit unserem Wissen zum Thema Wein glänzen,  das wir bei den diversen Weinproben in Australien erlangt haben.

... wir stehen in der Schlange

Es ist uns inzwischen mehrfach aufgefallen, dass es in Chile und Argentinien durchaus üblich ist, in der Schlange zu stehen.
Sei es an der Tankstelle oder bei der Bank.
An den Tankstellen gibt es manchmal Lieferschwierigkeiten, aber da das Auto wichtig ist, steht man(n) ja gern in.der Schlange.

Bei der Bank gibt es auch Lieferschwierigkeiten in Form von leeren Geldautomaten.
Die Höchstsumme pro Abhebung in Argentinien beläuft sich auf 1000 Peso, umgerechnet 160 Euro.
Diese Beschränkung hat zur Folge, dass die Leute mit 3-4 Scheck- oder Kreditkarten zum Automaten gehen und mit jeder Karte Geld abheben.
... und das dauert seine Zeit ... und die Schlange wird immer länger.
Es ist in Argentinien auch nicht einfach, mit Kreditkarte zu bezahlen, da nur wenige diese Karten akzeptieren. Im Zweifelsfall ist Mastercard besser als Visa.

Auch das Warten an der Supermarktkasse ist oft eine Geduldsprobe. Das liegt aber nicht an Lieferschwierigkeiten, sondern an der Geschwindigkeit des Personals. ;-((

Chilenen und Argentinier haben wohl diese Gelassenheit ... ich nicht immer!

Montag, 8. April 2013

Mendoza

Nach dem Erlebnis mit der Polizeikontrolle haben wir uns für zwei Nächte auf einem Campingplatz in Mendoza eingebucht.

Richtige Duschen und sanitäre Anlagen, sowie Strom und WiFi tun wirklich gut.

Den Sonntag (heute) haben wir mit einem Bummel durch Mendoza verbracht.
Vor dem Campingplatz fährt der Bus in die City ohne festen Plan alle 30 Minuten. Wenn der Bus dann kommt, streckt man die Hand hoch und er hält an. Es hat funktioniert.

In der Stadt waren zwar fast alle Geschäfte geschlossen, aber wir wollten ja auch nichts kaufen. Wir haben die ruhige Stimmung und die breiten Straßen und Plätze genossen.

Schwierig war es nur die Bushaltestellen für die Rückfahrt zu finden, da uns jeder Befragte in eine andere Richtung geschickt hatte. Aber auch das haben wir geschafft.

1861 hatte ein Erdbeben die Stadt fast völlig zerstört. Daraufhin wurden großzügige Straßen geplant, damit bei einem späteren Erdbeben kein Dominoeffekt bei den Häusern entstehen kann.
1861 war die Bevölkerung der Stadt von gut 8000 auf weniger als die Hälfte reduziert worden.

Das Klima hier ist sehr angenehm und so mild, dass hier hervorragende Weine gedeihen.
Wie gut die Weine wirklich sind, wollen wir morgen erkunden. Ein Schlückchen in Ehren ...

Die heutigen Fotos zeigen die negative Seite von Mendoza. Ein sehr "modernes" Rathaus und eins der vielen total vergitterten Privathäuser.

Sonntag, 7. April 2013

6.4.13 das vergessene Stück der R40

Wir wollten heute ganz entspannt gen Norden fahren. Da uns die Stadt San Rafael nicht sonderlich interessiert hat, haben wir die Ruta Cuarenta weiter gewählt, da diese westlich der Stadt 150 km gradlinig nach Norden führte. Auf der Karte wird ersichtlich,  dass es eine Schotterpiste ist, aber ziemlich gerade ... so dachten wir ...

Tatsächlich war es eine staubige und kurvige Waschbrett-Piste, nicht besser als das schlechteste, was wir bisher befahren haben.
Bis auf die Schilder, dass man auf der RN40 ist, alle fünf Kilometer, war es ein Blindflug. Oft verzweigte sich der Weg ohne Hinweis wohin es geht. Mit Karte und Navigation im Smartphone haben wir irgendwie die Richtung gefunden.
Das gelegentlich ein Teil der Fahrbahn vom Regen weggespült war oder eine Brücke ganz fehlte ist ja nicht so schlimm.

Durch die Hochebene auf 1800 Meter verlaufen diverse Schluchten. Jedesmal ging es in Serpentinen runter und wieder rauf.

Aber es waren ja nur 150 km ...

Böse Stimmen könnten behaupten,  daß die Regionalpolitiker aus San Rafael dieses Stück der Ruta Cuarenta in ihrem Einflussbereich bewußt nicht pflegen oder ausbauen, da dann alle Besucher durch ihre Stadt fahren müssen.

Samstag, 6. April 2013

Papierloses Ticket

Kurz vor den Toren von Mendoza sind wir an eine stationäre Polizeikontrolle gekommen, wie sie in Argentinien oft an Ortsein- und -ausgängen anzutreffen sind.

Wir wurden angehalten, weil wir ohne Tagfahrlicht unterwegs waren,  wie es in Argentinien und Chile vorgeschrieben ist. Nach der Kontrolle aller möglichen Dokumente sollten wir einen Strafzettel für Fahren ohne Licht bekommen. Die Strafgebühr sollte sich auf 1543 Peso (umgerechnet ca. 250,- Euro) belaufen. Auf dem Ticket gab es acht Strafgebühren zum ankreuzen, unsere war der Zweitniedrigste. Mit dem Ticket muss man dann zur Bank fahren und den Betrag einzahlen. Mit der Quittung kann man dann seine Dokumente wieder abholen.
Toll ... an einem Samstag nachmittag!

Alle Versuche die Polizisten davon zu überzeugen,  dass wir doch Licht an hatten, haben nichts gebracht.
Mit unseren kleinen Spanisch-Kenntnissen kamen wir nicht weiter und der Vermieter war nicht erreichbar (wir hätten gern gefragt, ob die Strafe wirklich so hoch sein kann).

Nach langer Diskussion mit Händen und Füßen stand plötzlich die Zahl 600 auf einem Zettel.
Wir legten 600 Peso (100,- Euro) auf den Tisch und akzeptierten das "papierlose Ticket".
Wir verabschiedeten uns mit Handschlag, nahmen unsere Dokumente und fuhren weiter.

... natürlich mit eingeschaltetem Licht