Donnerstag, 11. Juni 2026

11.6.2026 - Packeis bei 82 Grad Nord - Hinterlassenschaften auf den Eisschollen

Wir haben wirklich sehr gut aufgepasst, haben aber leider keine Eisbären sichten können. Natürlich sind wir nicht traurig, da wir ja schon in den Vortagen sehr viel Glück hatten und schon 6 Eisbären gesichtet hatten. Manche Eisbären sind sehr, sehr weit entfernt, dass man sie kaum erkennen kann. Deshalb werden sie auch nicht Eisbären genannt, sondern Pixel-Bären, weil sie auf den Kameras nur als einzelne Pixel verarbeitet werden.

Dafür haben wir mehrere Hinterlassenschaften von Eisbären auf Eisschollen gesehen. Ich meine damit nicht die Ausscheidungen, sondern die Reste der Beute. Die Bilder zeigen das Skelett eines Walrosses und auf einer weit entfernten Eisscholle das Fell eines Walrosses.

Dann kam auch noch ein Blauwal vorbei geschwommen, der Sprühnebel beim Blasen und die Heckflosse beim Abtauchen waren gut zu sehen.

Zwischendurch haben wir den vielen Vorträge der Experten an Bord lauschen können. Diese Vorträge waren in den ersten Tagen ausgefallen, da das Wetter zu gut war, und stattdessen die Ausflüge mit den Zodiacs zeitlich verdoppelt wurden. 

Auf dem Helikopter-Landeplatz gab es ein BBQ mit Freigetränken und ordentlich Fleisch.

Spitzbergen, Svalbard, Grumant sind 3 Namen für diese Inselgruppe hoch im Norden, die wir jetzt den 7. Tag besuchen durften. Bis zu 82 Grad nördlicher Breite waren wir hoch. Ein Schaubild unserer Reise kommt als Foto in den Blog.

Morgen kehren wir nach Longyearbyen zurück und werden den Rückflug antreten … über Tromso, Kopenhagen nach Hamburg. Die Stimmung in unserer Kleingruppe (Nicole, Birgit, Carsten und ich) war immer gut und auch die anderen Gäste waren nett. Interessant waren die vielen verschiedenen technischen Ausstattungen der Teilnehmer. Alle Arten von Ferngläsern, Spektiven oder Kameras waren vertreten.





















Mittwoch, 10. Juni 2026

9.+10.6.2026 - Gletscher, Eisbär und Texas-Bar - Walrösser - Pack-Eis

24/7 ist bei uns zu Hause eine Bezeichnung für Öffnungszeiten, also immer geöffnet. Hier gilt diese Woche 24/7 für den Sonnenschein. Es ist immer hell und sonnig. Die Neigung der Sonne ist auch fast immer gleich (ein Winkel um die 30 Grad). Wir genießen es sehr, weil die Temperaturen so viel angenehmer sind … und so viel Licht wirkt sich auch auf die Fotos aus.

Wir starten den Tag mit einer Zodiac-Fahrt zu mehreren Gletscher-Zungen … früher war es nur ein Gletscher, aber auch hier wird es wärmer und die Gletscher ziehen sich zurück. Jetzt sind die diversen Zuflüsse zu den (früheren) großen Gletschern zu eigenen (kleineren) Gletschern geworden.

Die Zodiac-Fahrt hat wieder viel zu bieten: Seevögel, Bartrobben, Beluga-Wale (Foto 8), Eisberge, Gletscher und wieder einen Eisbären. Es ist der 6. Eisbär auf dieser Reise und das Besondere ist, dass er auf einer Eisscholle steht oder schläft. Da wir wieder 500 Meter Abstand halten müssen, sind die Bilder nicht so scharf, wie ich es gern hätte … aber das ist klagen auf hohem Niveau.

Am Nachmittag unternehmen wir eine Wanderung an der Texas-Bar, einer kleinen Schutzhütte, die man inzwischen sogar mieten kann. Die Wanderung wird mit einem Foto-Workshop verbunden und wir werden an viele Dinge beim Fotografieren „erinnert“ oder wir lernen neue Sichtweisen kennen. Die Teilnehmer sind aber großteils sehr gut im Thema und haben auch „professionelles“ Equipment dabei. Am Ende läuft uns noch eine Polarfuchs-Mutter mit ihrem Jungen über den Weg.

Damit einmal deutlich wird, wie schwer und stressig es hier ist, zeige ich auch die Fotos von den Walrossen, die wir aber erst um 22.15 Uhr passiert haben. Wir haben kaum Zeit das Essen zu genießen … immer gibt es etwas zu sehen oder zu fotografieren.

Heute (10.6.) fahren wir ins Packeis höher im Norden. Wir sind auf der Suche nach Eisbären, die an der Packeisgrenze Robben jagen. Da müssen wir dann nicht die 500 Meter Abstand halten, aber das Wohl der Tieres respektieren. Es ist natürlich eine Suche der Nadel im Heuhaufen. 

Das Wetter ist leider auf ein „normales“ Niveau gefallen. Wir haben Null Grad, etwas Wind, leichten Regen und keine Sonne. Die Suche nach den Eisbären wir dadurch nicht leichter … aber alle sind bemüht.

Es ziehen Unmengen von Eisschollen an uns vorbei, es gleicht einer Eiswüste, aber immer noch keine Eisbären.

 





































Montag, 8. Juni 2026

7.+8.6.2026 - Spitzbergen - Expeditionen zu Fuß und per Zodiac - sooo viele Tiere

Die Nacht vom 6.auf den 7.6. war unruhig! Wir mußten ein Sturmgebiet mit 72 Knoten Wind durchqueren. Das entspricht ca. 133 km/h, also durchaus stürmisch. 

Aber der Tag war wieder super! Mit ca. 0 Grad etwas kalt, aber die Sonne kam wieder durch und alles war gut. Vormittags haben wir eine Wanderung unternommen und die Landschaft von höher gelegenen Punkten angeschaut. Die Querung  einiger Schneefelder war manchmal anstrengend, da man tief einsacken konnte. Wer zu tief einsackte, konnte auch seinen Gummistiefel verlieren. Die Begegnung mit einem Schneehuhn-Paar war ganz toll. Die beiden waren recht furchtlos und kamen immer näher. Auch ein Rentier gesellte sich zu uns.

Am Nachmittag dann eine Zodiac-Expedition zu einer Felsenküste mit den Brutplätzen von Seevögeln. Zu tausenden oder auch millionenfach brütenden Lummen. Unterhalb der Felsen lauerte ein Polarfuchs, der Appetit auf ein paar verlorene Eier oder Küken hatte. 

Wir werden hier an Bord auch gut verpflegt. Die Bilder können für sich selber sprechen.

Heute (8.6.) dann der spontane Wechsel des Tagesplans. Die angekündigte Wanderung wurde gestrichen, da auf der Insel Eisbären gesichtet wurden. Also fuhren wir mit den Zodiacs zur Küste und haben die Bären vom Boot aus gesucht … und gefunden.

Der große, männliche Eisbär hatte wohl gerade ein Walross erlegt und sich satt gefressen, da er sich kaum bewegen wollte. Erst als ein Weibchen (oder ein junger, männlicher Eisbär) sich an seiner Beute laben wollte, mußte er doch aktiv werden und seine Beute verteidigen. Alles ohne Kampf, da die Größenverhältnisse (oder auch die Kraftverhältnisse) eindeutig waren. Der kleinere Eisbär hat sich dann entschieden die Insel zu wechseln und wir konnten beobachten wie er durch das Wasser schwamm.

An einem anderen Küstenabschnitt haben wir noch einen Polarfuchs gefunden, der sich sehr fotogen zeigte.

Am Nachmittag dann wieder eine Wanderung mit toller Aussicht. Wir haben ein paar Knochen und eine Eisbären-Kralle entdeckt. Genial!

Wir erleben eine wirklich tolle Zeit. Das Wetter ist außergewöhnlich sommerlich (und wir genießen es sehr). Die Tiersichtungen übertreffen bei Weitem unsere Erwartungen (und das genießen wir auch sehr).

Kurz gesagt: Absoluter Wahnsinn !!!